Nachlese der Geschehnisse der letzten Wochen

Nach Renovabis, dem Bloggertreffen des Medienpastorals Freiburg, der Abgabe meiner letzten Hausarbeiten und mit Beginn der Koordination des nächsten Semesters falle ich gerade ein bisschen in ein organisatorisches Loch. Am liebsten würde ich gar nichts machen, aber das geht auch nicht so richtig.

Daher einige kurze Zusammenfassungen:

  1. Renovabis

Ich wurde ja von Norbert Kebekus zu dieser Veranstaltung eingeladen und habe sie sehr genossen. Ich wurde bereits am ersten Abend von einer netten kleinen Runde in die Mitte genommen, die mir nicht unbedingt dabei geholfen hat, meine heimliche, kleine und vollkommen irrationale Rumänien-Vorliebe zu heilen.

Das Problem des Renovabis-Kongresses ist schon so alt, wie die humanitäre Hilfe an sich. Irgendwie fühlt sich alles so ein bisschen an nach „zum Glück kommen die reichen, klugen Männer aus dem Westen, um den unfähigen Leuten im Osten zu helfen“. Das wurde nicht unbedingt verbessert, wenn auf dem Podium die Vertreter aus „Osteuropa“ immer wieder bewusst von den Moderatoren miteinbezogen werden mussten, weil sie wegen ihrer weniger guten Deutschkenntnisse bei der Diskussion der Deutschen Referenten gar nicht mehr mitkamen, die auch oft eher innerdeutsche Probleme miteinander verhandelten.

Gleichzeitig liegt das natürlich auch daran, dass der Kongress in Deutschland stattfand. Renovabis-Treffen in „Osteuropäischen“ Ländern sehen vermutlich auch anders aus.

Der Workshop, für den ich zuständig war jedenfalls, war in meinen Augen recht gelungen, auch, wenn ich mir nicht sicher bin, ob von meinen Aussagen wirklich alles beim Publikum angekommen ist. Ich rede zu schnell und zu viel.

  1. Bloggertreffen

Einer der Vorteile des Bloggertreffens war es, dass ich Erfurt sehen konnte und besonders die nette kleine Besichtigungstour am Sonntag fand ich ungemein unterhaltsam.

Ansonsten habe ich schon gemerkt, wie stark wir katholischen Blogger uns doch untereinander unterscheiden. Kurz gesagt bin ich vergleichsweise kein guter Beter, ein ziemliches Küken und ein schrecklicher Hitzkopf.

Ich bin auch überrascht, dass jemand die Bandwürmer hier wirklich liest, allerdings bekam ich mehrfach den Tipp, mehr Zwischenüberschriften einzufügen (ich weiß, aber…), mich besser vernetzen (ich weiß, aber…) und mal endlich anzufangen, twitter zu benutzen (ich weiß, aber…).

Allgemein bin ich vergleichsweise auch eine faule Sau. Ganz ehrlich. Aber es hilft nichts, ich hab einfach noch nebenher sehr viel zu tun.

Zu den Vorträgen kann ich nicht sehr viel sagen. Leider fiel es mir bei beiden Vortragenden eher schwer, zu folgen, weil Frau Heiliger sich mit basalen Fragen der quantitativen Forschung und Begriffsdefinition aufhielt und Prof. Sellmann mit basalen Fragen der Religionsdidaktik. Ersteres ist für mich Erstsemesterstoff und zweiteres ein böhmisches Dorf.

Beide schienen mir viel zu sehr auf die Idee einer „Szene“ fixiert, vom Prinzip her gar kein schlechter Begriff, um den Zustand der katholischen Blogger zu beschreiben, allerdings war wiederum ihr Szene-Begriff etwas wust: das Interessante an einer Szene ist ja, dass sie sich ständig neu konstituiert und Teil-, Überschneidungs- und temporäre Zugehörigkeiten kennt, während aber Frau Heiliger und Herr Sellmann ständig Fragen von Mitgliedschaft, Leitbildfunktionen und Ausschluss verhandelt haben wollten. Das ging eben leider total an unserem Selbstverständis vorbei und dementsprechend in die Hose. Wieso dann irgendwelche Finessen über den Wahrheitsanspruch der katholischen Kirche diskutiert werden mussten, ist mir auch ein Rätsel.

Insgesamt aber hat es mir Spaß gemacht, die anderen Blogger persönlich kennenzulernen, bis spät in die Nacht zu diskutieren und viele neue Anregungen zu bekommen!

Ansonsten darf ich inzwischen auch noch meine Teilnahme an der Plaßmann-Challenge ankündigen. Übrigens hat wirklich einmal ein Bekannter von einer Freundin und mir (wir beide katholisch) genau das gefragt. Peinlicherweise war der junge Mann Religionswissenschaftler. „Ach, ihr seit katholisch?“ „Ja.“ „So richtig?“, „Ja“. „Und was macht ihr dann da so?“. Meine Freundin war schneller als ich und antwortete in bestem Oberpfälzer Dialekt: „Och, nix. Ab und zu haben wir eine Hexenverbrennung und am Wochenende jagen wir dann einen Schwulen aus dem Dorf“. (Anmerkung: natürlich war das zu 100% ironisch gemeint und wir sind aus Prinzip nett zu allen Hexen und Schwulen, die wir kennen). Recht hatte sie, blöde Fragen verdienen entsprechende Repliken, aber meine Antwort wird dennoch anders ausfallen ;)

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