Wieso lese ich überhaupt Huff-Post?

Achja, Leute schicken mir Links. So wie mein Freund. Unter anderem dieses herzige Stück innovationsfreien Feministengelabers.

Auch, wenn das katastrophale Deutsch von einer katastrophalen Übersetzung aus dem Englischen herrührt ist es nicht weniger katastrophal: Relativanschlüsse korrekt zu benutzen ist vermutlich einer der zuverlässigsten Intelligenzmarker überhaupt (Spoiler: „ , was…“ ist fast nie richtig).

Aber nun zum reichlich banalen Inhalt.

Eigentlich lässt sich nämlich der Artikel zusammenfassen zu: benimm Dich nicht wie die Böse aus einem Highscoolfilm.

Wie die Böse, die vermutlich immer gemein zu der kleinen Lexi war und die daher von Stund an ihr grauenerregendes Frauenbild bestimmt, denn seien wir ganz ehrlich: darum geht es eigentlich.

Dass die Lexi eine moralische Leuchte ist und all die bösen anderen Frauen eben nicht. Jene, die über Lexis knochige Schultern und ihre vernebelte Syntax lachen, aber heimlich auf ihren Erfolg neidisch sind. Solche Frauen schaden mit ihrem Verhalten nicht nur dem kleinen dicken/zu dünnen Mädchen auf dem Pausenhof, sondern der ganzen Frauenheit an sich.

Liebe Lexi, ich bin habe ein loses, gemeines Mundwerk, aber ich verbitte mir die Behauptung, dass ich nur auf Frauen herumhacke. Meinen Spott und Zorn zieht man sich garantiert gender-gemainstreamt zu.

Alles andere wäre doch sexistisch. Genauso sexistisch, wie ein Artikel, in dem die Worte „Frauen sollten…“ vorkommen, in dem mir nahegelegt wird jedes weibliche Wesen mit dem seligen Ruf „Schwester“ in die Arme zu schließen, oder in dem ein Ist-Zustand in der „Frauenwelt“ heraufbeschworen wird, der an den Film „Mean Girls“ erinnert.

Ich versuche zwar auch, nicht über die Körper anderer Menschen herzuziehen und ich versuche auch, nicht neidisch auf andere zu sein und ich versuche auch, mich selbst anzunehmen.
Aber all diese Fragen gehören nicht ins Programm des Feminismus, sie gehören ins Programm allgemeiner Menschlichkeit (zumal sie ziemlich banal und zum Losheulen naiv sind).

Wenn ich versehentlich doch mal über eine lose Schnalle herziehe, dann ist das nicht (nur) ein Schlag für den Feminismus, sondern eigentlich ein Schlag für meine allgemeinen Moralvorstellungen.

Zusammenfassung: Der Artikel tut also so, als bräuchten Frauen eine extra-Lektion in Sachen Menschlichkeit. Und das nennt man dann Feminismus, ja?

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