Christus ist auferstanden

Gestern schrieb mir ein Blogger-Kollege nach der Osternacht einen kleinen Ostergruß mit den klassischen Worten „Christus ist auferstanden“. Nach meiner Antwort meinte er, ich sei bisher die Einzige gewesen, die darauf korrekt geantwortet hätte.

Das verwunderte mich etwas, hatte unser alter Gemeindepfarrer uns den Gruß doch damals im Erstkommunionunterricht extra beigebracht.

Aber auch nach der Osternacht, die ich heute besuchte murmelte man im Anschluss ein flügellahmes „Frohe Ostern“. Das ist zwar bestimmt icht falsch, dennoch finde ich es schade. Gerade der Bekenntnischarakter des Grußes ist doch das Schöne: als wäre es die Neuigkeit des Tages wird es hinausposaunt, an diesem Freudenfest. So, wie man zur Tür hereinkommt und sagt: „Sowieso hat ihr Kind bekommen“ gibt es am Ostersonntag einfach nichts Wichtigeres zu sagen.

Vielleicht fürchten sich die Frohes-Ostern-Sager ja davor, dass sie versehentlich jemanden erwischen, der dieses Bekenntnis zur Auferstehung nicht teilt (der aber um vier Uhr morgens aufsteht, um in den Ostergottesdienst zu gehen…?!)

Das zeigt wunderbar, wie verklemmt wir immer noch mit der Globalisierung und der säkularen Welt umgehen: diese Welt erträgt definitiv ein kleines „Christus ist auferstanden“, so lange man damit nicht klingelnd von Türe zu Türe zieht. Wer meint, er müsse darauf eine patzige Antwort geben, oder sich gar beschweren, weil jemand am höchsten Feiertag seiner Religion mal nicht den Helden des interreligiösen Dialogs spielt, der sagt damit am meisten über seine eigenen Minderwertigkeitskomplexe aus. (Zumindest, so lange vom Grüßer die Regeln er Höflichkeit eingehalten werden.)

Es gibt also auf „Christus ist auferstanden“ mehrere korrekte Antworten:

„das freut mich für Dich“ (die nicht-ironische Version)

„schöne Feiertage“

sowie für jene, die dieses Bekenntnis teilen:

Er ist wahrhaft auferstanden.

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9 Kommentare

Eingeordnet unter Über mich - über diesen Blog, Gedanken zur Praxis der katholischen Kirche

9 Antworten zu “Christus ist auferstanden

  1. Interessant.
    Bisher dachte ich, dieser Gruß wäre nur auf der protestantischen Seite zu finden.

    Und daher kannte ich den auch:
    Pastor (enthusiastisch): Christus ist auferstanden
    Gemeinde (lahm murmelnd): Er ist wahrhaft auferstanden.

  2. Ach ja:gesegnete Ostern Dir. :-)

  3. Hurra, ich hätte die richtige Antwort gewusst. :D
    ich finde „Frohe Ostern!“ durchaus angemessen. Eine fröhliche Auferstehung zu wünschen ist auch nicht verkehrt.

  4. Pingback: Bullshitbingo, Kollegenbashing und frohe Ostern | Pastorsandy

  5. MC

    Der Blogger-Kollege freut sich, zu einem Artikel angestiftet zu haben ;-)

  6. Den Gruß „Christus ist auferstanden“ kenne ich in zeitlicher Reihenfolge:
    1. aus dem Lateinischen
    2. aus der orthodoxen Kirche Russlands und Rumäniens.
    Obwohl ich auch nicht mehr die Jüngste bin kann ich mich nicht daran erinnern, von unserem (wirklich guten!) Priester damals im Erstkommunionunterricht diesen Gruß gehört/gelernt zu haben. (oder ist es einfach nur zu lange her?)
    Eugenie Roth

    • Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Es kommt vielleicht tatsächlich auch einfach auf lokale Vorlieben und die Vorlieben des jeweiligen Pfarrers an. Allerdings, wenn es aus dem Lateinischen noch bekannt ist…? Jedenfalls gefällt mir der Gruß auch ganz unabhängig von seinem Alter. (Bei den griechisch-orthodoxen hab ich das übrigens auch schon gehört).

      liebe Grüße, Raschelmaschine

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