Fronleichnam und Gardinenpredigerin bei Twitter

Wie so ziemlich jeder gehfähige Katholik in München war ich auch dieses Jahr wieder auf der Fronleichnamsprozession – allerdings musste ich wegen der brütenden Hitze bedingt durch einen Kreislaufzusammenbruch bereits an der Ludwigskirche auswitschen und nach Hause fahren.

Jedes Jahr wieder befürchte ich, dass das mit der Prozession eines Tages ein Unglück gibt, Kardinal Reinhard Marx erwähnte in der Predigt ja selbst die durch den G7-Gipfel bedingten Sicherheitsprobleme in München, die anscheinend die Frage aufkommen ließen, ob die Prozession überhaupt gesichert werden könne. Mein Kommentar dazu war: geht’s noch? Wie kann es eigentlich sein, dass WIR uns so sehr fürchten müssen, weil da draußen ein paar Idioten glauben, mit Steineschmeißen unser Wirtschaftssystem verändern zu können?

Wie dem auch sei, wir hatten dieses Jahr tatsächlich eine Gegendemo, die sich genauso ad absurdum führte, wie sich Gegendemos meistens ad absurdum führen: ein krasses Missverhältnis bei der Teilnehmerzahl. Sich angesichts einer Masse von 10.000 Teilnehmern mit 12 Hanseln hinzustellen un darüber zu protestieren, dass ich keiner mehr mit der Kirche identifizieren könne und die Verehrung des Leibes Christi den Gemeinden ihre Seele raube ist irgendwie höchst unfreiwillig komisch. Und das war der Teil, den ich lesen konnte, denn die Plakate waren viel zu klein geschrieben.
Wie ich später erfuhr handelte es sich um „Kirche von Unten“, ja, das sind die mit den Priesterinnen und mit den Stacheln, die das äußerst breite Sitzfleisch der Kirche höchstens entfernt jucken.Jedenfalls empfehle ich ihnen, sich das nächste Mal zu den vier Bahnen Tonpapier auch noch einen breiteren Marker zu leisten und bei ihrer schweigenden Mahnwache vielleicht nicht auszusehen, als wollten sie gerade aus aktuellem Anlass nach Stuttgart trampen.

Aber, um dem ganzen nicht mehr Aufmerksamkeit zu geben, als nötig, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass ich jetzt auch auf twitter zu finden bin (also das bin ich schon länger, aber bisher wollte ich nur mal schauen, wie das so läuft.). Falls Ihr Euch jetzt fragt: Predigten auf 140 Zeichen, geht das? Dann muss ich Euch enttäuschen. Ich werde über alles mögliche twittern, auch mal über christliches, katholisches und den ganzen anderen Kram, den man von mir erwartet, aber eben nicht nur darüber. Generell versuch ich aber, dabei spaßig zu sein.

Liebe Grüße, Raschelmaschine

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