About

Was gibt es wichtiges über mich zu wissen?

Zunächst einmal das offensichtliche: ich bin katholisch. Ich bin eine Frau. Ich bin Studentin

Das sind vermutlich die drei wichtigsten Teile meiner Identität, aber auch die wichtigsten Komponenten dieses Blogs, die es aber noch näher auszuführen gilt.

Ich bin katholisch, das heißt, ich bin Mitglied der römisch-katholischen Kirche und habe auch vorerst vor, das zu bleiben. Vielleicht habt ihr es ja erraten: ich komme übrigens aus Bayern, wo der Katholizismus üppig, genüsslich und selbstbewusst ist. Allerdings bedeutet das nicht, dass ich ohne Nachdenken jegliche Position der Kirche übernehmen werde. Ich will auch nicht die Kirche zwingend ändern, ich bin nur hier und da nicht so ganz zufrieden mit ihr, wer ist das schon. Ich denke, die alten Männer da oben machen bisweilen Dinge falsch, wo sie besser auf mich gehört hätten. Zugegebenermaßen, das ist ziemlich arrogant, aber gleichzeitig die normale Haltung jedes Fußballfans, Anhängers einer Religion oder Freundes eines Opernhauses.

Ich bin eine Frau. Wer meinen Blog liest, wird feststellen, dass ab und an der Funke des Feminismus in mir aufblitzt und das mit gutem Grund. Frauen, die ihre Intelligenz nicht verstecken sind immer noch Anfeindungen ausgesetzt. Es gibt eine Menge Leute, die es unsexy finden, dass ich mir mein WLAN selbst einrichten kann. Die können mir ruhig gestohlen bleiben, aber dass es andere Frauen gibt, die Stunden damit verschwenden, überforderten Männern dabei zuzusehen, wie die ihr WLAN einrichten, nur, damit sie sexy wirken, das macht mich schon etwas traurig.

Ich bin Studentin. Ich studiere mittlerweile im 11. Semester Religionswissenschaft (Promotion) und habe deshalb Einblick in eine Vielzahl von Religionen. Dabei habe ich mir, wie ich meine, auch einen sehr neutralen, strukturierten und offenen Blick angewöhnt. Weder kann ich es leiden, wenn alle Religionen über einen pantheistischen feel-good-Kamm geschoren werden, noch ertrage ich ungerechte Verkürzungen und Verurteilungen von Religion. Ich finde, wir können es uns leisten, einerseit Diversität zu umarmen und aus ihr zu lernen (und diese Idee ist auch elementarer Teil meines Blogs), andererseits offen zu unserer eigenen Religion zu stehen. Nur weil ich etwas für wahr halte, heißt es nicht, dass die anderen, die etwas anderes für wahr halten, damit daneben liegen.

Dieser Blog ist eine Vereinigung religionswissenschaftlicher Erfahrungwerte, persönlicher religiöser Überzeugungen und der Konfrontation meiner Person in den drei genannten Aspekten mit der Welt da draußen. Sein Ziel ist die Darstellung eines offenen, durchdachten und selbstbewussten Katholizismus, der weder blindlinks die Modernismen seiner Zeit umarmt, noch alles nachplappert, was von öffentlicher Stelle verkündet wird.

Letztlich war ich es satt, mich für die schlechte PR der Kirche pausenlos rechtfertigen zu müssen. Ich mach jetzt meine eigene PR.

22 Antworten zu “About

  1. OK. Aber bitte verbessern: Wer meinen Blog ließt?, wird …

  2. Thomas Bauer

    Find ich gut – werde mir ab und zu auch erlauben, meinen Senf dazuzugeben!
    Gutes Neues Jahr ;-)

  3. Hi! Toller Blog. Ich bin zwar nicht wirklich religiös da in der DDR geboren / aufgewachsen aber sicherlich spiritueller und „christlicher“ unterwegs als, viele Zeitgenossen. Allgemein fällt mir auf, dass ausgerechnet unter dem real existierenden Sozialismus, dass, was man als „gelebtes Christ sein“ bezeichnen könnte, viel besser überlebt hat als im sogenannten, freien Westen. Ich überlege auch einen Blog aufzumachen, wenn gleich mein Hauptfachgebiet Musik ist, über die ich meine Ideen (z.B. das Monogamie / Familie gründen cool sein kann) zu verbreiten versuche. Gruss, H.E.

  4. Hallo, ich finde deinen Blog echt gut, werde mal öfters hier rein lesen

  5. MC

    Interessantes Blog.
    Ein Blog-Archiv in der Seitenleiste fände ich für den interessierten Leser aber hilfreich.

  6. Wie bin ich denn an diesem Blog bisher vorbeigekommen?

  7. Maria

    SEHR COOLER BLOG…ich hänge nun schon seit langem an deinen Lippen (kann man das so sagen?) und muss einfach mal loswerden, dass du mir und echt vielen direkt aus der Seele schreibst. Liest/hört man dich und deine Weisheiten denn auch noch auf anderen Plattformen oder in gedruckter Form?

    • Hallo Maria,
      leider gibt es mich sonst nicht zu lesen (aber demnächst gibt es mich ÜBERHAUPT mal wieder zu lesen :D :D :D )
      Ich bin mal gedruckt in der „Christ und Welt“-Ausgabe der Zeit erschienen und einmal in der FAMA.
      Gerne würde ich mehr in diese Richtung machen, vielleicht hab ich ja jetzt mal mehr Zeit dazu ;)
      Liebe Grüße und Danke für das Fette Lob,

      Raschelmaschine

  8. Ja und weshalb studieren Sie nicht Theologie, wenn Sie doch so überzeugt röm.-kath. sind? Vielleicht, weil deren alte Männer keine grosse Freude haben an intelligenten jungen Frauen, welche dann auch noch in der Kirche arbeiten wollen?

    • Ich studiere Religionswissenschaft aus zweierlei Gründen.
      Zum einen, weil mich das Fach selbst interessiert. Es ist kein lahmer Ersatz für die Theologie, Religionswissenschaft ist ein Fach, das wesentlich vielfältiger ist als die Theologie und zudem beispielsweise in Dingen des Interreligiösen und -kulturellen Dialogs ausbildet und viel mehr verschiedene Denktechniken anbietet. Als ich anfing, Religionswissenschaft zu studieren interessierte ich mich gerade intensiv für NRMs, Satanismus, Scientology, Vereinigungskirche.
      Und wieso sollte ich da noch Theologie studieren, konnte ich doch jederzeit an allen Veranstaltungen der katholischen Theologie teilnehmen?

      • Ok. Ihre ursprünglichen Interessen dünken mich interessant! Ich selbst habe nebst kath. Theologie Religionswissenschaften mit Schwerpunkt Islamwissenschaften studiert; dazu noch Ethnologie: Eine Kombinaton, welche mich ebenfalls befähigt, im interreligiösen und -kulturellen Dialog tätig zu sein. Nachdem ich über den konfessionellen Jordan geschwomme bin, arbeit ich nun in eben diesem Bereich als evang.-ref. Pfarrerin.

      • Aufmerksam auf Sie und Ihren Blog bin ich geworden durch Ihr für die altuelle Ausgabe der FAMA verfasstes „feministisch-theologisches“ Glossar, welchem ich leider nicht allzu feministisch-theologische abgewinnen kann: Die einzelnen Beiträge sind mir als Schweizerin allzusehr bayrisch-katholisch imprägniert¨!

      • Naja, ich kann eben auch nicht aus meiner Haut. Als Religionswissenschaftler muss man da eben versuchen, sich dieses Hintergrundes bewusst zu sein und notfalls entsprechende Denkmuster zu identifizieren.
        Aber hier bin ich ja eher Kommentatorin als Wissenschaftlerin.
        Ich arbeite übrigens mittlerweile in der PR – aber nicht für die Kirche sondern für ein Unternehmen einer anderen männerdominierten Branche ;)

  9. Ok. Dann viel Glück im neoliberalen Bewerben von Dingen, die die Menschen / der Mensch nicht braucht!

    • Es ist nicht so, als hätte ich nicht bemerkt, dass Sie mir die ganze Zeit kleine Intellektuellenbeleidigungen unterschieben. Ich war nur höflich genug, es bisher zu ignorieren.
      Als evangelische Pastorin in der Schweiz lässt es sich vortrefflich auf die freie Wirtschaft schimpfen, aber das Geld für’s schlaue Daherreden kommt dann am Ende doch von Leuten, die gravitätisch nicken und dann hingehen und auf „neoliberale“ Weise ihre Unternehmen betreiben.
      Melden Sie sich doch wieder, wenn Sie konkrete Vorschläge für ein besseres Wirtschaftssystem entwickelt haben, als jenes, das in den letzten Jahrzehnten auf der Welt den Wohlstand rapide vorangebracht hat.
      Ich bin gespannt.

      • Mit „Intellektuellenbeleidigung“ vorzuwerfen ist starker Tobak. Dabei gehen Sie offenbar davon aus, dass die Tatsache studiert zu haben, eine zu einer Intellektuellen macht. Dem ist meistens jedoch nicht so. Gerne gebe ich Ihnen zu bedenken, dass es bereits seit Langem Vorschläge für ein gerechteres Wirtschaften gibt. Wohlstand hat entgegen Ihrer Behauptung das aktuelle nur einigen Wenigen gebracht. Vielleicht sollten Sie weniger ins jenseits gucken, dafür so etwas wie dieses lesen:
        https://www.boell.de/de/2015/02/19/wirtschaft-ist-care-oder-die-wiederentdeckung-des-selbstverstaendlichen

      • Als Intellektuelle sehen Sie sich natürlich nicht, das ist Ihnen zu elitär. Das Überlegenheitsgefühl scheint aber glücklicherweise dafür auszureichen besser zu wissen, was die Menschen brauchen, als diese selbst. Da bin ich lieber („neo-„)liberal (ich kenne Foucault gut genug um zu wissen, was Sie höchst wahrscheinlich darunter verstehen) und halte andere Leute für klug genug, ihre Entscheidungen für sich selbst zu treffen.

  10. Ich fühle mich mitnichten überlegen. Solche Diskurse sind doch wohl eher auf deutschem, als schweizerischem Mist gewachsen. Ich bin auch nicht blond … Wie Sie bin ich klug genug, anderen menschen zuzugestehen, ihre eigenen Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Das beweist ja nachgerade, dass sowohl Sie als ich auf Augenhöh kommunieren wollen und das schliesst elitäres Gehabe selbstredend aus nicht?!

  11. Hey Gardinenpredigerin :) Richtig guter Blog, du schreibst sehr fesselnd.
    Mutige Themen sprichst du da an. Wir werden deinen Blog ab sofort weiter verfolgen ;)

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