Archiv der Kategorie: Apologetik

Keine Angst vor Mathematik

Ein unter Katholizismus- und Christentumskritikern beliebtes Spielchen ist die mathematische Gleichung bezüglich der Dreifaltigkeit:

XJesus=XGott Vater=Xheiliger Geist

Aber:

Xjesus+XGott Vater+Xheiliger Geist= X

Demnach wäre X mathematisch nur mit dem Zahlenwert „0“ zu belegen.

Vermutlich ist es ein alter Hut und es gibt auch andere, die auf die selbe Idee gekommen sind wie ich (aber ich möchte trotzdem die Kenntnis dessen verbreiten, weil man damit immer wieder konfrontiert ist): geht X gegen unendlich, wie es ja für einen gläubigen Christen der Fall ist, so lässt sich die Gleichung ebenso erfüllen, der kritische Anspruch verkehrt sich in sein Gegenteil: Mathematik dient einer einfachen Verständlichmachung einerseits der Unverständlichkeit der Trinität (denn X ist ja nicht unendlich, es geht gegen unendlich) aber auch der Tatsache, dass sie nicht vollkommen unzugänglich ist.

Das ist besonders lustig, weil ich, bevor ich überhaupt wusste, dass die Formel so verwendet wird, mich ihrer bediente, um z.B. mich selbst und eventuelle Kritiker, die einen solchen unterstellen, zu erinnern, wie wir selbst unser Denken vor einem Kryptopolytheismus schützen können.

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Eingeordnet unter Apologetik, Zu allgemeiner Religionskritik

Eine kleine Typologie des Atheisten

Bitte erst die Einleitung lesen. Wir wollen ja keine Verletzten!

Apologetik gehört zu meinen Lieblingsspielen. Und dazu kam es nicht ganz freiwillig. Bereits in der Schule wurde ich mit diversen Argumenten, bis hin zu Bileidigungen konfrontiert. Ich ging auf eine Schule in der Stadt mit ausschließlich gut situierten Mitschülern aus Elternhäusern, die sich wahnsinnig gebildet vorkamen, und diese waren der Meinung, dass ich DRINGEND über die schrecklichen Begleiterscheinungen von Religion und besonders Katholizismus aufgeklärt werden müsse.

Ich bringe auf diesem Gebiet also eine gewisse Übung mit. Im Laufe der Zeit lernte ich, dass Angriff eine der besten Verteidigungen ist, da sich die meisten Kritiker als Vertreter eines gesellschaftlichen Consens und paradoxerweise zeitgleich unheimlich subversiv fühlten. Einerseits dachten sie, ihr Standpunkt sei für einen intelligenten Menschen sofort logisch ersichtlich und der einzig Vernünftige, andererseits hielten sie sich für unfassbar originell. Es kommt in jedem Fall überraschend für sie, wenn man sich über sie lustig macht.

Ich bin mit einem Haufen überzeugter und zufriedener Atheisten befreundet, denen es nie einfiel, mich auf diese widerwärtige Art und Weise anzugehen. Ich habe auch nie versucht, sie zu missionieren. Das ist schließlich ihre Sache. Die hier dargestellten Tpen von atheistischen Nervensägen sind jene Leute, die ihrerseits die Gläubigen nicht in Frieden lassen können. Die denken, sie müssten mich aus irgendeiner Unmündigkeit und aus den Krallen des Vatikan retten.

Die Typen von Atheisten kennen heißt: bereits vorbereitet sein, auf das, was kommt ;) Also zieht Euch warm an, denn das hier sind die definitiv furchteinflößendsten Exemplare unter ihnen:

1. Wieso-lässt-Gott-zu-dass-meine-beste-Freundin-Herpes-hat-Atheist

Atheist1Diese Sorte Atheist hat sich nie im Leben ernsthaft mit Religion(en) auseinandergesetzt. Oft hat sie ein lose religiöses Elternhaus und dieses mental nie verlassen.

Denn sie hat ihren pubertären Groll auf die Welt nie überwunden. All die schrecklichen Dinge, die ihr passiert sind, dass sie beim Fußball als letzte ins Team gewählt wurde, die 4 in Reli, dass ihre ewige Liebe, Leon, sie mit 15 für ihre beste Freundin (die mit dem Herpes) verlassen hat, all das hat Gott an ihr geschehen lassen. Jetzt bestraft sie ihn dafür damit, dass es ihn nicht gibt. Und die Kirche ist auch voll doof und so. Und außerdem müsste man Sonntag immer so früh aufstehen.

Nicht immer ist diese kindliche Einstellung mit einem geringen Intelligenzlevel gepaart, aber es besteht eine gewisse Tendenz dazu.

Lieblingsargument: „Ja, aber wenn es Gott gibt, wieso passiert dann so viel Scheiße auf der Welt?!“
Wird leicht verwechselt mit: Menschen, die in echten Lebenskrisen ihren Glauben verloren haben.
Lieblingsessen: Spaghetti Tomatensoße/Salat mit Putenstreifen/Pizza.
Schwachstelle: eigentlich weiß sie gar nicht, wovon sie redet.

2. Polit-Atheist

Atheist2Der Polit-Atheist hat sich leider ernsthaft mit Religion(en) auseinandergesetzt und zwar mithilfe der Autoren Dawkins, Feuerbach und Marx. Seiner Meinung nach gibt es auch schützenswerte Religionen und zwar Muslime, alle nicht-christlichen Religionen aus nicht-europäischen Ländern und außerdem alle religiösen Gruppen, die weniger Mitglieder haben, als „Das Kapital“ Seiten (außer natürlich die braune Esoterik und die rechtsradikalen Neuheiden!!!! […] !!!!!!!!).

Das Problem mit Religion ist seiner Meinung nach, dass sie all die schlechten Dinge auf der Welt hervorbringt: Krieg, soziale Ungleichheit, Intoleranz, Pädophilie und sexuelle Zurückhaltung.

Der einzige Grund, warum Leute diesen kapitalen Dummheiten immer noch folgen ist ganz gewiss eine Verschwörung, zum Beispiel der pädophilen Priester oder aber der amerikanischen Juden, die die Weltwirtschaft steuern. Wenn er es gar nicht mehr aushält, dann postet er am 9. November auf die Pinnwand von Gregor Gysi darüber, dass Israel dringend in die Hände der Palästinenser gehört oder meldet sich in einer Kirchengeschichte-Vorlesung dazu, dass die Kirche sich nicht gegen die Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus gewendet hat.

Lieblingsargument: „Die Kirche besteht ja nur aus reichen pädophilen Säcken, die den armen Idioten, die ihnen nachlaufen, noch mehr Kohle aus der Tasche ziehen.“
Wird leicht verwechselt mit: niemanden. Er macht seinen Standpunkt immer mehr als klar. Kristallklar.
Lieblingsessen: Döner. WEIL ER SO ARBEITERNAH IST. NEIN, DAS SIND KEINE TEUREN MARKENSCHUHE!
Schwachstelle: penetrante logische Fehler; Grenzantisemitische Äußerungen; die Realität

3. Beatles-Atheist

Atheist3Der Beatles-Atheist hat sich „Imagine“ zum Credo genommen. Er hat sich schon irgendwie mit Religion beschäftigt und so, aber irgendwie fühlt er sich da einfach nicht so richtig aufgenommen und ernstgenommen und so.
Also diese Theresa von Avila, ja, also…
Irgendwie ist er mehr so spirituell, wenn Du verstehst, was ich meine. Also er war auch mal in Indien wo die Leute so eine ganz andere Form von Verbindung zum Universum haben oder so, aber an Gott direkt will er nicht glauben, ja und so ein alter Mann, der einem sagt, was man zu denken hat He he he. Also er will halt einfach sich selbst so seine Gedanken machen und so, auch, wenn er nicht weiß, welche und womit und über was. Und das hat Mahatma Gandhi auch gesagt und seine Räucherstäbchendealerin (Augenzwinkern), die sieht das auch so. Die hat mal gesagt, manche Menschen haben halt sone Verbindung zum Universum. Aber da braucht man jetzt keinen Gott oder so, würde er sagen.

Lieblingsargument: „Ich will mich da einfach gedanklich nicht einschränken oder so“
Wird leicht verwechselt mit: Leuten, die sich ernsthaft und ohne verkitschte Vorannahmen mit östlichen Religionen auseinandersetzen.
Lieblingsessen: Vegetarisches Ayurveda-Curry.
Schwachstelle: Er hat keine Schwachstelle, er will sich ja auch nicht mit Dir streiten. Er geht Dir einfach verdammt auf den Sack.

4. Ich-bin-schlauer-als-wie-Du-Atheist

Atheist4Diese Sorte Atheist hat sich noch nie ernsthaft mit Religion(en) auseinandergesetzt und wieso auch? Die Wissenschaft beantwortet alle Fragen, die er je stellen könnte und für die Fragen, die sie nicht beantworten kann, ist er viel zu beschränkt, realistisch, intelligent.
Der Mensch empfindet Liebe, weil das evolutionär sinnvoll ist. Wir produzieren Kunst, weil unser Gehirn einen Überschuss an Gedanken hervorbringt und religiöse Erfahrungen ließen sich bereits in einem nicht-reproduzierbaren und methodisch ungenügenden Experiment durch magnetische Wellen hervorrufen.
Die gedankliche Leistung, dass die Beschreibungen, warum die Welt ist und wie die Welt ist, sich niemals widersprechen können, ist ihm einfach zu viel. Und so führt er gegen jeden die Creationisten ins Feld, egal, ob dessen Religion oder Konfession etwas mit denen am Hut hat. Dass zum Beispiel ein Katholik so viel Naturwissenschaften studieren darf, wie er mag,  wird geflissentlich ignoriert.

Religiöse Menschen sind für ihn schlichtweg zu doof, um so eindimensional scharf zu denken, wie er. Galileo Galilei ist für ihn der große Märtyrer Held und wenn ihn einmal eine schlimme Lebenskrise ereilt, dann.

Lieblingsargument: Genesis 1
Wird leicht verwechselt mit: tatsächlichen Anzeichen hoher Intelligenz
Lieblingsessen: Essen ist da, um einen zu ernähren.
Schwachstelle: Farb- und Freudlosigkeit

5. Ich-esse-Kinder-zum-Frühstück-Atheist

Atheist5Diese Sorte Atheist hat sich mit Religion(en) auseinandergesetzt aber mit der finsteren Sorte. Denn er ist böse. Er will, dass seine Mutter weint. Er würde sich einen Schnauzer wie Nietzsche wachsen lassen, aber dafür reicht sein Milchbart nicht. Er besitzt eine umfangreiche Sammlung von Metall-Shirts er ist DER ANTICHRIST, aber er hat es, offen gesagt, nie über die ersten zwei Seiten der Johannesapokalypse geschafft.
Zum Spaß gibt er sich gerne die Attitüde, ein Satanist zu sein, heimlich macht er sich aber bei dem Gedanken ins schwarze Hemd, Satan würde auf seine Anrufungen reagieren. Zum Glück ist jedoch alles für ihn nur ein (Schau-)Spiel und er glaubt nicht wirklich daran. Hofft er.
Bisweilen verbirgt sich unter dieser düsteren Kruste aus getrocknetem Bier und dem Kajal, den seine kleine Schwester für ihn kaufen musste, auch ein wirklich gutes Herz, das nur zum Vorschein kommt, wenn er bei Oma auf der geblümten Couch Teetrinkt oder wenn er jemanden trifft, der die gleiche Musik hört, wie er. So hässlich es ist, eigentlich will er nur Aufmerksamkeit und er will auch nicht, dass seine Mutter weint, sondern, dass er sich gegen die graue Schrankwand im Wohnzimmer genügend abhebt, damit sie ihn mal bemerkt.

 Lieblingsargument: Irgendwas mit Hexenverbrennung, weisen Frauen und Mittelalter.
Wird leicht verwechselt mit: wirklich gefährlichen Typen
Lieblingsessen: MENSCHENFLEISCH
Schwachstelle: Spliss in der Metall-Mähne; man kann ihn nicht wirklich ernst nehmen.

(Die Bilder sind alle selbstangefertigt)

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