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Der „Humanist“ in meinem Newsfeed

Lieber „Humanist“ in meinem Newsfeed,

seit ein Paar Monaten bin ich nun schon mit Dir befreundet. Ich kenne Dich nicht so gut, aber weil Du so fleißig postest, weiß ich schon viel über Dich. Z.B., dass Du denkst, dass Du schlauer bist als ich, weil Du nicht an Gott glaubst und dass Du davon überzeugt bist, dass „Nazi“ schon am konservativen Rande der SPD beginnt. Genau wie ich würdest Du sagen, Du bist „liberal“. Ich verstehe das nicht. Ich dachte immer, Liberalismus steht für Freiheit.

„Die meisten Menschen sind einfach nur noch widerlich.“

hast Du gestern geschrieben.

Solche vagen Facebookposts, die implizieren, dass es einem nicht gut geht, ohne klarzustellen, worum es geht, sind ja eigentlich ohnehin schon als social-Media-inkompetente Vorgehensweise legendär. Natürlich hast Du Leute unter Deinen Freunden, die auf diese aufmerksamkeitsheischende Masche hereinfallen. Warum? Wird gefragt.

„Nichts spezielles. Aber sieh dich einfach mal um und lies die Kommentare unter Medienberichten.“

Ist die Antwort. Oh „Humanist“ in meinem Newsfeed, Du bist so eine besondere Schneeflocke mit Deinen Gefühlen und Träumen und Wünschen. Du willst diese Welt zu einem besseren Ort machen. Du schreibst nämlich nur nette Dinge über Deine Mitmenschen. So teiltest Du alleine in der letzten Woche insgesamt sechs Nachrichten, die als „Strawman argument“ gegen religiöse Menschen dienen sollen. Es handelt sich um Extrembeispiele, größtenteils aus den USA , von Muslimen, Christen oder Juden, die religiös gegen naturwissenschaftliche Überzeugungen angehen, deren Argumente verkürzt und damit zur Lächerlichkeit verzerrt werden oder die Atheisten, Homosexuelle oder Frauen unmenschlich behandeln. Neben den naiven politischen Posts der Marke „alles Nazis außer Mutti“ verbreitest Du also auch noch grob menschenfeindliche Propaganda, beispielsweise dass die Situation chinesischer Katholiken „Säkularisierung“ und damit letztlich wünschenswert sei.

Während Du Dich also über den „wiederlichen“ Ton in der Debatte beschwerst und für mehr Toleranz und Offenheit in der Gesellschaft wirbst, teilst Du auf der anderen Seite Memes des Inhalts,

„Scooby-Doo teaches kids that everything supernatural or otherwordly is just some asshole trying to scare you so they can make some money“

also dass alle religiösen Institutionen mit z.B. alternativen Medizinern und Esoterikanbietern gleichzusetzen, sowie alle nur Arschlöcher sind, die aus der Angst der Menschen Geld machen. Das macht mich traurig, weil ich mir gerne die Freiheit nehmen würde, an einen Gott zu glauben und Du mich aber vor dieser freien Entscheidung schützen möchtest.

Du teilst Posts, in denen Du Dich über den zugegebenermaßen etwas skurrilen orthodoxen jüdischen Brauch lustig machst, zu Jom Kippur ein Huhn über dem Kopf zu schwingen, um es danach als Opfer an die Armen zu geben, den zu kritisieren wohl als antisemitischer Topos gelten kann, nennst Beschneidung ein Verbrechen und prangerst anschließend selbst rechtsradikale Äußerungen an, Juden seien keine Deutschen. Die Rechte von Juden interessieren Dich also nur dann, wenn Du den Antisemitismus Deiner Feinde anprangern kannst. Das ist, am Rande, genau dieselbe Haltung, welche die von Dir mit so viel Leidenschaft verureilte AfD zu ihnen hat.

Du teilst wisseschaftlich-skeptische Beiträge von Stephen Hawking, der aber von der päpstlichen Akademie der Wissenschaften unterstützt wird und machst Witze darüber, dass Erwachsene an Jesus glauben aber nicht an den Nikolaus. Einen Beitrag, der die Einstellung von „Religion“ an sich zur Evolution mit „Kreationismus“ beschreibt. Dann teilst Du einen Post darüber, dass die Leute lieber an einfache Lügen als an komplexe Wahrheiten glauben.

Dass Du möglicherweise selbst eine sehr simple Ansicht von der Gesellschaft hast, in der wir leben, kommt Dir logischerweise nicht in den Sinn, oder dass Du Hass sähst und einen Graben gräbst, wo bisher gar keiner war, nämlich zwischen Wissenschaft und Religion, ganz besonders in Europa. Du möchtest nämlich gar nicht, dass Religion und Wissenschaft koexistieren können. Du möchtest, dass sie sich bekriegen, bis die Religion ausgelöscht wird.

Wenn Du den Religionen vorwirfst, einen Keil zwischen die Menschen zu treiben, die anderen Glaubens sind, aber selbst False-Flag-Posts und grob verletzende Posts über andere Menschen in Deiner Umgebung teilst, weil diese an etwas anderes glauben als Du, wenn Du menschliches Leid nicht ernst nimmst, weil „die falschen“ Menschen leiden, wenn Du inhumane Handlungen von Staaten gut findest, weil sie Deine eigene Ansicht durchsetzen, woher nimmst Du dann auf der anderen Seite Deinen moralischen High-Ground? Wie kannst Du es wagen, Dich als liberal zu bezeichnen?

Lieber „Humanist“ in meinem Facebook-Feed. Ich lausche mit Erstaunen, wie Du Kinderfickerwitze übergangslos mit dem Wunsch nach einer sachlicheren Debatte abwechselst, wie Du alles Jüdische und Muslimische verbieten möchtest, wie Du von einer Gesellschaft träumst, in der es nur Deinesgleichen gibt, aber dann genau das wiederum den rechten Kräften im Land ankreidest.

Vielleicht solltest Du Dir mal von einer Katholikin, die Dir immerzu schweigend gelauscht und sich geduldig beleidigen lassen hat, Nachhilfe in Sachen Liberalität geben lassen.

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Eingeordnet unter Religion und Politik, Zu allgemeiner Religionskritik

Eine kleine Typologie des Atheisten

Bitte erst die Einleitung lesen. Wir wollen ja keine Verletzten!

Apologetik gehört zu meinen Lieblingsspielen. Und dazu kam es nicht ganz freiwillig. Bereits in der Schule wurde ich mit diversen Argumenten, bis hin zu Bileidigungen konfrontiert. Ich ging auf eine Schule in der Stadt mit ausschließlich gut situierten Mitschülern aus Elternhäusern, die sich wahnsinnig gebildet vorkamen, und diese waren der Meinung, dass ich DRINGEND über die schrecklichen Begleiterscheinungen von Religion und besonders Katholizismus aufgeklärt werden müsse.

Ich bringe auf diesem Gebiet also eine gewisse Übung mit. Im Laufe der Zeit lernte ich, dass Angriff eine der besten Verteidigungen ist, da sich die meisten Kritiker als Vertreter eines gesellschaftlichen Consens und paradoxerweise zeitgleich unheimlich subversiv fühlten. Einerseits dachten sie, ihr Standpunkt sei für einen intelligenten Menschen sofort logisch ersichtlich und der einzig Vernünftige, andererseits hielten sie sich für unfassbar originell. Es kommt in jedem Fall überraschend für sie, wenn man sich über sie lustig macht.

Ich bin mit einem Haufen überzeugter und zufriedener Atheisten befreundet, denen es nie einfiel, mich auf diese widerwärtige Art und Weise anzugehen. Ich habe auch nie versucht, sie zu missionieren. Das ist schließlich ihre Sache. Die hier dargestellten Tpen von atheistischen Nervensägen sind jene Leute, die ihrerseits die Gläubigen nicht in Frieden lassen können. Die denken, sie müssten mich aus irgendeiner Unmündigkeit und aus den Krallen des Vatikan retten.

Die Typen von Atheisten kennen heißt: bereits vorbereitet sein, auf das, was kommt ;) Also zieht Euch warm an, denn das hier sind die definitiv furchteinflößendsten Exemplare unter ihnen:

1. Wieso-lässt-Gott-zu-dass-meine-beste-Freundin-Herpes-hat-Atheist

Atheist1Diese Sorte Atheist hat sich nie im Leben ernsthaft mit Religion(en) auseinandergesetzt. Oft hat sie ein lose religiöses Elternhaus und dieses mental nie verlassen.

Denn sie hat ihren pubertären Groll auf die Welt nie überwunden. All die schrecklichen Dinge, die ihr passiert sind, dass sie beim Fußball als letzte ins Team gewählt wurde, die 4 in Reli, dass ihre ewige Liebe, Leon, sie mit 15 für ihre beste Freundin (die mit dem Herpes) verlassen hat, all das hat Gott an ihr geschehen lassen. Jetzt bestraft sie ihn dafür damit, dass es ihn nicht gibt. Und die Kirche ist auch voll doof und so. Und außerdem müsste man Sonntag immer so früh aufstehen.

Nicht immer ist diese kindliche Einstellung mit einem geringen Intelligenzlevel gepaart, aber es besteht eine gewisse Tendenz dazu.

Lieblingsargument: „Ja, aber wenn es Gott gibt, wieso passiert dann so viel Scheiße auf der Welt?!“
Wird leicht verwechselt mit: Menschen, die in echten Lebenskrisen ihren Glauben verloren haben.
Lieblingsessen: Spaghetti Tomatensoße/Salat mit Putenstreifen/Pizza.
Schwachstelle: eigentlich weiß sie gar nicht, wovon sie redet.

2. Polit-Atheist

Atheist2Der Polit-Atheist hat sich leider ernsthaft mit Religion(en) auseinandergesetzt und zwar mithilfe der Autoren Dawkins, Feuerbach und Marx. Seiner Meinung nach gibt es auch schützenswerte Religionen und zwar Muslime, alle nicht-christlichen Religionen aus nicht-europäischen Ländern und außerdem alle religiösen Gruppen, die weniger Mitglieder haben, als „Das Kapital“ Seiten (außer natürlich die braune Esoterik und die rechtsradikalen Neuheiden!!!! […] !!!!!!!!).

Das Problem mit Religion ist seiner Meinung nach, dass sie all die schlechten Dinge auf der Welt hervorbringt: Krieg, soziale Ungleichheit, Intoleranz, Pädophilie und sexuelle Zurückhaltung.

Der einzige Grund, warum Leute diesen kapitalen Dummheiten immer noch folgen ist ganz gewiss eine Verschwörung, zum Beispiel der pädophilen Priester oder aber der amerikanischen Juden, die die Weltwirtschaft steuern. Wenn er es gar nicht mehr aushält, dann postet er am 9. November auf die Pinnwand von Gregor Gysi darüber, dass Israel dringend in die Hände der Palästinenser gehört oder meldet sich in einer Kirchengeschichte-Vorlesung dazu, dass die Kirche sich nicht gegen die Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus gewendet hat.

Lieblingsargument: „Die Kirche besteht ja nur aus reichen pädophilen Säcken, die den armen Idioten, die ihnen nachlaufen, noch mehr Kohle aus der Tasche ziehen.“
Wird leicht verwechselt mit: niemanden. Er macht seinen Standpunkt immer mehr als klar. Kristallklar.
Lieblingsessen: Döner. WEIL ER SO ARBEITERNAH IST. NEIN, DAS SIND KEINE TEUREN MARKENSCHUHE!
Schwachstelle: penetrante logische Fehler; Grenzantisemitische Äußerungen; die Realität

3. Beatles-Atheist

Atheist3Der Beatles-Atheist hat sich „Imagine“ zum Credo genommen. Er hat sich schon irgendwie mit Religion beschäftigt und so, aber irgendwie fühlt er sich da einfach nicht so richtig aufgenommen und ernstgenommen und so.
Also diese Theresa von Avila, ja, also…
Irgendwie ist er mehr so spirituell, wenn Du verstehst, was ich meine. Also er war auch mal in Indien wo die Leute so eine ganz andere Form von Verbindung zum Universum haben oder so, aber an Gott direkt will er nicht glauben, ja und so ein alter Mann, der einem sagt, was man zu denken hat He he he. Also er will halt einfach sich selbst so seine Gedanken machen und so, auch, wenn er nicht weiß, welche und womit und über was. Und das hat Mahatma Gandhi auch gesagt und seine Räucherstäbchendealerin (Augenzwinkern), die sieht das auch so. Die hat mal gesagt, manche Menschen haben halt sone Verbindung zum Universum. Aber da braucht man jetzt keinen Gott oder so, würde er sagen.

Lieblingsargument: „Ich will mich da einfach gedanklich nicht einschränken oder so“
Wird leicht verwechselt mit: Leuten, die sich ernsthaft und ohne verkitschte Vorannahmen mit östlichen Religionen auseinandersetzen.
Lieblingsessen: Vegetarisches Ayurveda-Curry.
Schwachstelle: Er hat keine Schwachstelle, er will sich ja auch nicht mit Dir streiten. Er geht Dir einfach verdammt auf den Sack.

4. Ich-bin-schlauer-als-wie-Du-Atheist

Atheist4Diese Sorte Atheist hat sich noch nie ernsthaft mit Religion(en) auseinandergesetzt und wieso auch? Die Wissenschaft beantwortet alle Fragen, die er je stellen könnte und für die Fragen, die sie nicht beantworten kann, ist er viel zu beschränkt, realistisch, intelligent.
Der Mensch empfindet Liebe, weil das evolutionär sinnvoll ist. Wir produzieren Kunst, weil unser Gehirn einen Überschuss an Gedanken hervorbringt und religiöse Erfahrungen ließen sich bereits in einem nicht-reproduzierbaren und methodisch ungenügenden Experiment durch magnetische Wellen hervorrufen.
Die gedankliche Leistung, dass die Beschreibungen, warum die Welt ist und wie die Welt ist, sich niemals widersprechen können, ist ihm einfach zu viel. Und so führt er gegen jeden die Creationisten ins Feld, egal, ob dessen Religion oder Konfession etwas mit denen am Hut hat. Dass zum Beispiel ein Katholik so viel Naturwissenschaften studieren darf, wie er mag,  wird geflissentlich ignoriert.

Religiöse Menschen sind für ihn schlichtweg zu doof, um so eindimensional scharf zu denken, wie er. Galileo Galilei ist für ihn der große Märtyrer Held und wenn ihn einmal eine schlimme Lebenskrise ereilt, dann.

Lieblingsargument: Genesis 1
Wird leicht verwechselt mit: tatsächlichen Anzeichen hoher Intelligenz
Lieblingsessen: Essen ist da, um einen zu ernähren.
Schwachstelle: Farb- und Freudlosigkeit

5. Ich-esse-Kinder-zum-Frühstück-Atheist

Atheist5Diese Sorte Atheist hat sich mit Religion(en) auseinandergesetzt aber mit der finsteren Sorte. Denn er ist böse. Er will, dass seine Mutter weint. Er würde sich einen Schnauzer wie Nietzsche wachsen lassen, aber dafür reicht sein Milchbart nicht. Er besitzt eine umfangreiche Sammlung von Metall-Shirts er ist DER ANTICHRIST, aber er hat es, offen gesagt, nie über die ersten zwei Seiten der Johannesapokalypse geschafft.
Zum Spaß gibt er sich gerne die Attitüde, ein Satanist zu sein, heimlich macht er sich aber bei dem Gedanken ins schwarze Hemd, Satan würde auf seine Anrufungen reagieren. Zum Glück ist jedoch alles für ihn nur ein (Schau-)Spiel und er glaubt nicht wirklich daran. Hofft er.
Bisweilen verbirgt sich unter dieser düsteren Kruste aus getrocknetem Bier und dem Kajal, den seine kleine Schwester für ihn kaufen musste, auch ein wirklich gutes Herz, das nur zum Vorschein kommt, wenn er bei Oma auf der geblümten Couch Teetrinkt oder wenn er jemanden trifft, der die gleiche Musik hört, wie er. So hässlich es ist, eigentlich will er nur Aufmerksamkeit und er will auch nicht, dass seine Mutter weint, sondern, dass er sich gegen die graue Schrankwand im Wohnzimmer genügend abhebt, damit sie ihn mal bemerkt.

 Lieblingsargument: Irgendwas mit Hexenverbrennung, weisen Frauen und Mittelalter.
Wird leicht verwechselt mit: wirklich gefährlichen Typen
Lieblingsessen: MENSCHENFLEISCH
Schwachstelle: Spliss in der Metall-Mähne; man kann ihn nicht wirklich ernst nehmen.

(Die Bilder sind alle selbstangefertigt)

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Eingeordnet unter Apologetik, Zu allgemeiner Religionskritik

5 Gründe, religiös zu sein: 3. Schön, dass wir drüber geredet haben.

„Nein nein, ich bin katholisch“. „Achso, so richtig?“ „Ja.“.

Schweigen, wie nach einem Donnerschlag. Dann prasseln die Fragen. Wenn das Gespräch auf einer Party einschläft, dann ist die Offenlegung des eigenen Glaubens immer ein Kracher. Dabei ist Katholizismus nun wirklich nichts exotisches – bekannter Katholizismus allerdings schon. Vielleicht bin ich auch Sadistin, aber ich genieße dieses sich-Winden von Leuten, die nicht so recht wissen, was sie sagen sollen, die Angst haben, mich zu beleidigen oder die denken, sie hätten mich schon beleidigt. Es macht mich stolz, gefragt zu werden, ins Gespräch zu kommen und das ein oder andere Vorurteil aus dem Weg zu räumen.

Klar, es hat auch finstere Seiten. Die zehntausendste Frage, wie das mit den Ablässen war, der Hexenverbrennung, der Inquisition. Viele junge Männer, die von Anfang an denken, dass bei mir vor der Ehe und mit Verhütung nichts läuft und deshalb lieber die Finger von mir lassen, Fragen, die viel zu intim sind, um die damit zusammenhängenden grauenhaften Klischees aus dem Weg räumen zu können, ohne viel zu Privates preiszugeben.

Das alles nervt.

Aber gibt es etwas schöneres, als sich mal so richtig als Opfer zu fühlen? (Doch, gewiss, gibt es. Einen Wurf Dackel-Welpen z.B.) Das Unverständnis der anderen zu beklagen, oder auch offenzulegen? Nur wenige engagieren sich heutzutage persönlich, es braucht Mut und die Leiden nimmt man doch gerne auf sich, erstens nützt man damit der Sache und zweitens – machen wir uns nichts vor – ist man etwas Besonderes. Das sollte zwar nicht Hauptmotivation sein, aber dennoch kommt es zumindest meiner selbstdarstellerischen Ader zugute (Eitelkeit und Stolz sind zwar Todsünden, aber in diesem Fall dienen sie sozusagen der Mission). Und all die Geschichten, die man kennt (siehe Punkt 2). Reliquien und Reliquiare, seltsame Päpste aus dem Mittelalter, Biblische Sach- und Lachgeschichten, das Buch Henoch etc.pp. So lange man noch im Stande ist, über irgendetwas anderes zu reden, macht einen Religion zu einem faszinierenden und interessanten Gesprächspartner, im positiven oder im negativen Sinne. Wenn Sie also das nächste mal mit einem Teenager oder Twenty-Something mit „Antichrist“-T-Shirt konfrontiert sehen, kramen Sie doch mal all Ihr Wissen über den Fürst dieser Welt aus. Sie werden nie jemanden schöner vorgeführt haben.

Anmerkung: dieser Punkt ist nun sehr aus der christlichen Perspektive geschrieben, aber er funktioniert im Grunde für JEDE Religion. Protestanten sind meist kein so schlimmer Aufreger, weil die evangelischen Kichen in den Medien als modern, weltoffen und rational dargestellt wird, dem Typ „Brett-vorm-Kopf-Atheist“ (im Gegensatz zum „freundlich-aber-entschlossen-Atheist“) allerdings ist das auch wurscht.

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Ein Kommentar

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